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14. Dezember 2020

Ein Tanz auf dem Vulkan – Pitchview über das Corona-Jahr als Startup

Jennifer Fritz

Was macht eigentlich ein Pandemiejahr wie 2020 mit einem Tech-Startup, dessen Produkt plötzlich nicht mehr zum Einsatz kommt? Jonas Reinsch und Frederic Sell, Co-Gründer von Pitchview aus Freiburg zeigen, dass das von zwei Faktoren abhängt: Resilienz und Kreativität. 

Das Jahr 2020 begann ganz normal für Pitchview. Das Produkt zur digitalen Kontakt- und Leaderfassung auf Messen, das sie in den Jahren zuvor entwickelt hatten, war bei Marketing- und Salesmitarbeitenden gleichermaßen beliebt. Das Startup stand in engem Austausch mit den Kunden. Große Leitmessen in verschiedenen Branchen standen vor der Tür. Im Februar 2020 hörte man aus China zum ersten Mal von einem Virus, das sich schnell verbreitete und dort für das Erliegen des öffentlichen Lebens sorgte. Doch China war weit weg. Die Vorbereitungen für Messen in Europa liefen auf Hochtouren. SARS und die Vogelgrippe hatten es schließlich auch nie nach Europa geschafft. 

Dann kam der Schock – Lockdown bis auf Weiteres. Von heute auf morgen brach das komplette Geschäft von Pitchview zusammen. „Das war ziemlich beunruhigend. Existenzbedrohend. Im Prinzip war es ja so, dass wir einen Einkommensstrom hatten, aber auch monatliche Kosten. Und das hat auf einen Schlag beides nicht mehr zusammen gepasst”, berichtet Jonas.

Im Umbruch entsteht Neues

Das Startup hatte sich zuletzt sehr positiv entwickelt. Doch mit einem Schlag waren Jonas Reinsch und Frederic Sell wieder bei Null. Das bisherige Produkt würde sich auf unbestimmte Zeit nicht mehr verkaufen. Die monatlich zahlenden Kunden kündigten ihre Abos. Keine Messen, keine Messe-Kontakte zum Erfassen. Und jetzt? „Und dann haben wir festgestellt, dass die besten unternehmerischen Zeiten eigentlich genau Zeiten des Umbruchs sind. Unsere Kernkompetenz ist, Technologie und kundenbasierte Lösungen zu entwickeln, und das hat uns ziemlich schnell wieder Zutrauen gegeben”, ergänzt Frederic.

Also haben Jonas Reinsch und Frederic Sell die Ärmel hochgekrempelt und in einem Design-Sprint eine komplett neue Produktidee entwickelt. Durch den engen Kontakt mit den Sales- und Marketing-Abteilungen der Kunden war klar, wo neue Ideen gebraucht werden. Das Startup packte die Idee in kleine Präsentationen und ging damit zu den Kunden, mit denen sie zuvor am engsten zusammengearbeitet hatten. Durch diese Gespräche entstand ein Pilotprojekt, das es ermöglichte, innerhalb weniger Wochen einen ersten, funktionierenden Prototypen zu entwickeln. „Es hat sich ein wenig angefühlt, als wären wir auf dem Weg auf einen Berg gewesen. Und dann ist da plötzlich ein Vulkan ausgebrochen und wir mussten uns spontan einen komplett neuen Berg zum Besteigen suchen. Aber die Erfahrung mit dem ersten Aufstieg hat es so viel einfacher für uns gemacht. Das hat uns Hoffnung gegeben”, erklärt Frederic. 

Gleichzeitig konnte Pitchview eine neue Startup-Förderung gewinnen. Das verschaffte dem jungen Unternehmen die Luft, die es brauchte, um die letzten Monate konzentriert an einem neuen Produkt zu arbeiten.

Mit neuem Produkt in die Zukunft

Nun steht das neue Produkt, Pitchview Projector, kurz vor der Veröffentlichung (dazu mehr im nächsten Blogartikel) und Jonas und Frederic schauen doch versöhnt auf dieses aufregende Jahr zurück. „Wenn ich ehrlich bin, ist doch die Frage: Hätten wir das machen können, wenn bei uns das Tagesgeschäft weitergelaufen wäre? Die Antwort ist ziemlich klar Nein. Für uns war die Krise eine Chance, uns breiter aufzustellen”, resümiert Jonas. Und Frederic ergänzt: “Ich bin stolz auf die Resilienz des Teams. Wir konnten das Ruder rumreißen und jetzt mit einem neuen Produkt durchstarten.” 

2021 schickt sich an, ein gutes Jahr für Pitchview und deren Kunden zu werden!

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